Meine Arbeit oder alles über Computer

Nach der Schule begann ich am 1. August 1970 meine Lehre zu Büromaschinenmechaniker bei Kienzle Datensysteme in Hannover. Dort erlernte ich viel Geschicklichkeit in der Fein und Elektromechanik, Reparatur von Schreib, Rechen und Buchungsmaschinen. Wir haben auch viel privat gebastelt. Ich war auch Spezialist für Staubsauger. Unser Meister war ein begeisterter Hobbyelektroniker, und so wurden bei uns immer wieder auch Fernseher und Radios repariert.

 

kienzle153kienzle200 Links eine Kienzle 153. Eine Buchungsmaschine die +/- rechnen konnte und zwei zusätzliche Speicher für Soll und Haben hatte. Rechts die Kienzle 200. Die Maschine hatte bis zu 24 mit addierende mechanische Speicher. Diese Maschinen habe ich in meiner Lehrzeit kennen gelehrnt und Teilweise selbständig bei Kunden repariert.
Die Aufnahmen stammen vom 06.03.2005 aus dem Heinz Nixdorf Museum in Paderborn.


 johannes

Das Bild ist 1977 entstanden. In der Hand ein wichtiges Tool.

1976 wurde ich in die Computerabteilung übernommen. Ich war wochenlang in Villingen zu Lehrgängen. Ich war jetzt Kundendiensttechniker für die Kienzle 6000 und 6100 . Der Hammer auf dem Bild war tatsächlich ein wichtiges Werkzeug. Die Drucker, Lochkartenstanzer und so weiter, hatten noch eine aufwendige Mechanik und häufig mussten verstiftete Zahnräder getauscht werden.


 

Kienzle 6000

Kienzle 6000
Ein Wunder in der Tat
der Kienzle Apparat

Das Bild hier Zeigt eine Kienzle 6000. Ein Magnetkontencomputer der mittleren Datentechnik. Ein geniale Schwarzwaldkonstruktion die, die klassischen Buchungsmaschinen und Fakturierautomaten miteinander vereinigt.der Computer wurde über 10000 mal verkauft. Dateien gab es noch nicht, aber Magnetkontokarten. Das hatte die Konkurrenz auch. Aber das man beim Rechnungsschreiben die Debitoren  in den Soll setzten  und gleichzeitig den Artikel aus dem Lagerbestand rausrechnen konnte, das konnten die anderen noch nicht. Trotzdem 85.000 DM für die kleinste Maschine und bis zu 150.000 DM für die größte Ausbaustufe, da lachen heute die Kid´s drüber, denn jeder Home PC hat heute die 10000 fache Leistung für 1000.-€. Die Kienzle 6000 wurde damals sehr gut an mittelständische Betriebe verkauft und war eines der erfolgreichsten Systeme der mittleren Datentechnik überhaupt.
Das ersten Modelle lernte ich schon in meiner Lehrzeit im Jahre 1970 kennen, weil ich beim ausliefern mit tragen musste. Die letzte funktionierende Anlage sah ich 1986 bei Grins & Kohlenberg in Düsseldorf. Das sind über 16 Jahre Computerleben so was gibt es heute nicht mehr. Die 6000 ist unter anderem immer noch im Deutschem Museum in München zu sehen.



6100

 

Die sechseins
Hier schon mit Texas Instruments Rechner

Das Bild zeigt eine Kienzle 6100-8. Das Modell hatte eine Zentraleinheit von Texas Instruments. Die ZE war in dem großem Schrank unter den Plattenlaufwerken eingebaut. Die beiden Fest-Wechsel-Plattenlaufwerke waren von Ampex und hatten jeweils 10mB Speicherplatz. Ich betreute damals das System mit der Kienzle Zentraleinheit. Neben dem Turm mit den Platten war also noch einer der doppelt so groß war. Zusätzlich war noch ein Stromverteiler in dem Kraftstrom eingespeist wurde. Die ersten Anlagen hatten BASF Wechselplattenlaufwerke. Das waren dann noch zwei Schänke zusätzlich und 120kg die man tragen musste. Das Bild zeigt den Zeilendrucker 91.4 der mit seinen 3 Druckköpfen schon ein Tempo von über 300 Zeilen pro Minute schaffte. Es war mein Lieblingsdrucker. Später kam noch der 91.7 ein amerikanisches Produkt von Data Products mit dazu.


Kleine Anekdote:
Die 6100-8 wurde vorgeführt als man noch keine hatte. Die große Zentraleinheit von Kienzle wurde einfach hinter einem Vorhang versteckt.


Nixdorf 8870/3

nixdorf

Am 06.03.2005 habe ich auf den Spurensuche in meiner Vergangenheit das Heinz Nixdorf Museum in Paderborn besucht. Nixdorf hatte schon sehr früh die Idee elektronische Rechner zu bauen. Dafür hat man ihn in den Wanderer Werken in Köln ausgelacht. Später hat er die Wanderer Werke aufgekauft. Aber seine elektronischen Rechner und Computer waren sehr erfolgreich. Er hatte es im laufe der Jahre verstanden Computer für kaufmännische Anwendungen für den Mittelstand und kleine Betriebe zu bauen und immer weiter zu entwickeln. Sein unternehmerisches Ende war die Targon. In den USA z.b. Data General gab es schon ein paar Jahre 32bit Rechner. Heinz Nixdorf starb mit Stil auf der CeBit 1986. Ich war von 1980 bis 1985 Kundendiensttechniker bei Alexander Quien in Hannover, eine Nixdorfwerksvertretung.

 

Hier noch mit Storage Module 80mB Wechselplatten links. Im rechten Schrank oben ein Cipher Streamer Tape. Vorn rechts, kein PC. Es war ein Modell 10 in PC Grösse mit Terminal.


 

dg

Im Herbst 1985 wechselte ich zur Firma HCT ( High Computer Technoligy in Langenhagen ) wir betreuten ein Computersystem von David Datentechnik (DDC) die von Ericcson geschluckt worden war. Die Kunden hauptsächlich Großwäschereien die Mietwäsche und Berufskleiderleasing betrieben hatten viel Geld für ihre individuell erstellte Software bezahlt und waren am expandieren. Da es keine leistungsfähigere Hardware für diese System gab,  konnte mein Chef diese Anlagen mit anderen Plattencontrollern ausrüsten. Somit ließen sich Festplatten von Fujitsu bis 450MB anschließen. Die Datensicherung lief jetzt über 1/2" Streamer von Cipher. Andy hat die Streamersoftware geschrieben. 5 mal hat er sie verkauft und ganz Deutschland hat sie gehabt. Seit dem hat Andy´s Software den genialsten Kopierschutz überhaupt. Man muss bei ihm anrufen vorher läuft nichts.
Da die 16bit Technology Leistungsmäßig an ihre Grenzen stieß, hat Andy einen neuen Compiler geschrieben. Wir konnten den Kunden amerikanische Data General Computer hinstellen und die Software 1 zu 1 übernehmen.


theresa

Blick in unser Servicecenter in der Wohlenbergstrasse.

Die Geschäftsräume waren angemietet bei Theresa Orlowsky, im Vorderhaus zu ihren Filmstudios. Wir hatten von dem Fenster guten Einblick in das Geschehen dort. Mit Damen hatten die kein Problem. Aber einmal im Monat kamen morgens immer viele junge Männer mit Sporttasche und von denen, kamen abends nochmal zwei bis drei wieder. Später wusste ich warum, weil wir bei Ausßnaufnahmen zusehen konnten. LKW´s versperrten die Sicht von der Straße und im Hof wurden Bühnenbilder aufgebaut. Und die armen Männer mussten bei den Dreharbeiten ständig an sich arbeiten damit das Ding immer stand.

Hinter unserm Lager wurden die Filme auf Kopieranlagen produziert. Der Ton lief immer mit und es war schon hart wenn man morgens früh im Lager war und nebenan stöhnte es : " F*ck m*ch, ich bin so g**l ! "

In den letzten Jahren wurde von Rs-Computer, RS-Logon, Cryptdisk und diverse andere Sicherheitssoftware entwickelt. Eine erstaunliche Leistung für eine Firma in der außer dem Chef niemand mehr sitzt..

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